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United we stand - divided we fall
| Neue Posts | Posts von heute | Es ist: 18.12.2018, 02:09 PM | Abmelden


Maitresse en titre - die Mätresse in ihrer eigentlichen Funktion
Berufe des Adels
#1
Ein Sonderfall bei Hofe: Die Mätressen

Prolog
Die Rolle der Mätresse ist eine, die vielschichtig bewertet werden muss. Für den gewöhnlichen Mann, der vom politischen Gefüge bei Hofe nicht viel versteht, mag eine derartige Dame dem Charakter einer bessere Prostituierten recht nahe kommen, jedoch beweisen die einfachen Gemüter damit sehr wenig Verständnis für die Komplexität des fürstlichen Hofes.
Die Funktion der „Maîtresse en titre“ mag denen eines Hofamtes recht nahe kommen und im Bezug aufs Divided Kingdoms ist es daher einfacher, von einem solchen zu sprechen. Im Folgenden wird vom königlichen Hofe gesprochen, gemeint sind aber natürlich alle hochadligen Höfe des DK. Für die genaue Grenze zwischen Hoch- und Niederadel sollte bitte der entsprechende Infotext konsultiert werden.

Der Weg zur Macht
Die Mätresse ist die tatsächliche, bzw. angebliche Geliebte eines Königs. Diese ist sie jedoch in der Tat erst offiziell, wenn zwei Dinge geschehen sind: Zum einen muss sie der Königin offiziell am Hof vorgestellt worden sein, zum anderen einen Platz bei Hofe – also eine Unterkunft – zugewiesen bekommen haben. Der Umstand, dass sie danach wie alle anderen Höflinge ein offizielles Gehalt aus der Hofkasse bezieht stützt dabei den Charakter des Hofamtes.
Die Aufgaben einer Mätresse liegen natürlich in der Beziehung zum König, jedoch erfüllt sie auch gleichzeitig die Funktion der schönen, gebildeten Gastgeberin, deren Aufgabe es ist, den Hof zum angesehenen Mittelpunkt des Landes zu machen.
Nahezu immer sind Mätressen soziale Aufsteigerinnen, deren volle Laufbahn vom Bürgertum bis zum niederen Adel reichen kann. Dazu gesellen sich drei weitere Umstände:

1. Eine Mätresse ist oftmals bereits mit einem Mann aus dem niederen Adel verheiratet. Da für den Niederen Adel nicht unbedingt die gleichen Ehebeschränkungen gelten müssen, wie für den Hohen Adel ist es daher durchaus möglich, eine „Mischehe“ zwischen Adel und Bürgertum anzutreffen.
2. Die Mätresse ist meistens bereits älter, das heißt selten jünger als 25 Jahre – schließlich möchte sich der König keine unerfahrene Geliebte an seine Seite holen.
3. Eine niedere Adlige, die es wünscht, in die Gunst des Königs zu kommen, kann dies nicht allein tun. In der Regel wird sie durch ihren Mann oder einen bereits am Hof etablierten Günstling/Adligen an den Hof geholt und in die dort herrschende Gesellschaft eingeführt.

Das nun folgende Ritual folgt stets denselben Regeln und kann im Grunde als öffentliches Schauspiel angesehen werden: Oftmals ist der Auslöser der Beziehung zwischen König und Mätresse eine Liebesgeschichte, die öffentlich am Hofe statt findet und „ausgespielt“ wird.
Allerdings ist Liebe allein kein Indikator für den Erfolg der adligen Dame, um die offizielle Mätresse des Königs zu werden.
Wie alles bei Hofe unterliegt auch dieser Aufstieg guter alter Vetternwirtschaft und wer aufsteigen möchte, braucht eine Gruppe von Freunden – eine „Partei“ - die für einen arbeitet und Türen öffnet. In diesem Falle spielt der Mann der Mätresse eine große Rolle, der mit seinem Einfluss bei Hofe dafür sorgen kann, dass seine Frau mithilfe der um sie platzierten Günstlinge, zu einer der mächtigsten Frauen des Landes aufsteigen kann – logischerweise profitiert er selbst davon früher oder später.

Wechselspiel: Die Mätresse und der König
Ein kluger Monarch wird den Einfluss, den eine Mätresse bei Hofe hat, nicht unterschätzen. „Alle Wege führen nach Rom“ ist hier eine passende Metapher, denn wenn es der Mätresse gelingt, sich am Hof zu mehr zu etablieren als der Geliebten des Königs, so ist sie in der Lage, viele Höflinge von sich abhängig zu machen, da diese über sie an ein Hofamt gekommen sind.
Folglich ist es nur logisch, dass sollte ein Höfling das Wohlwollen der Mätresse verlieren, seine Karriere vorbei sein kann. Umgekehrt kann das Wohlwollen der Mätresse dasselbe verhindern, selbst wenn der Höfling die Gunst des Königs verloren hat – all das hängt damit zusammen, wie sich die Mätresse positionieren konnte und ob sie damit weitaus mehr ist, als ein kleiner Bettwarmhalter.
Dabei spielen auch die Kinder der Mätresse eine wichtige Rolle: Diese können niemals einen Platz in der Thronfolge erhalten, jedoch ist es durchaus möglich, eine Dynastie von Hofamtsinhabern zu erschaffen, deren Wurzeln auf einer Liaison zwischen dem König und einer Mätresse basieren. Die Mätresse und ihre Kinder sind auch in sofern wichtig, als dass sie den Adel an den absolutistischen Höfen des Divided Kingdoms in Schach halten können – gleichzeitig sorgt der Adel dafür, dass die Bastarde und neuen Günstlinge nicht zu übermächtig werden und letztendlich alles vom König abhängt – ein politisches Wechselspiel.

Auf Augenhöhe: Die Mätresse und die Königin
Die vielleicht wichtigste Regel für eine Mätresse ist simpel: Leg dich niemals mit der Königin an.
Bei wichtigen offiziellen Anlässen pflegen Mätressen gemeinsam mit König und Königin aufzutreten, weswegen es absolut unabdingbar ist, dass der Königin die ihr zustehende Ehre erwiesen wird, was sich durch ihre Position, ihr Erbe und ihre Funktion in ihrer Rolle als Königin schon von selbst definiert.
Dies bedeutet konkret, dass ein offener Ehebruch trotz der Existenz der Mätresse an nahezu jedem Hof nicht selbstverständlich ist. Es mag bekannt sein, dass es sich um eine Dreiecksgeschichte zwischen König, Königin und Mätresse handelt, in der Öffentlichkeit hat eine Mätresse ihre Position als Dame des Hofes zu kennen und zurück zu stehen. Ein Bruch mit diesem ungeschriebenen Gesetz oder gar der Versuch einer Intrige gegen die Königin wird daher stets zu Missgunsten der Mätresse ausfallen, von denen soziale Ächtung oder Entlassung vom Hof noch die geringsten an möglichen Auswirkungen wären.

Die Spinne im Netz: Die Mätresse und der Hof
Da die Könige des Divided Kingdoms sich in den meisten Fällen als absolutistische Herrscher verstehen, ist es nur nachvollziehbar, dass sie ihre Höfe zu einem Instrument der Herrschaft über den Adel aufbauen, bzw. aufgebaut haben.
Die Mätresse spielt im Idealfall – sofern es ihr Einfluss zulässt – in diesem sozialen Netz eine wichtige Rolle: Sie ist der Zugang zum König und über sie kann man an Amt und Einkommen in einer neuen Verwaltung oder sogar bei der Neuvergabe von Titeln bevorzugt werden.
Dabei geben nicht nur die Königin und die Mätresse, sondern auch die übrigen Hofdamen den Ton an, der auf den Tugenden von Höflichkeit, Gefälligkeit und Rücksichtnahme basiert.
Folglich avancieren die Königin als unantastbare Figur in diesem Spiel und die Mätresse als Schlüssel zu König und Königin zu Leitbildern der Hofkultur, nach denen sich die Höflinge und Mitglieder des Hofes zu richten haben.

Der Staat bin ich: Politische Einflussmöglichkeiten
Von einem allgemeinen politischen Einfluss einer Mätresse kann man in der Tat nicht sprechen, sind die meisten Damen dieses Schlages eher weniger aus politischen Gründen in Amt und Würden. Jedoch kann es durchaus vorkommen, dass ein König eine Mätresse aus exakt diesen Gründen erwählt und zu sich nimmt. Dies kann diverse Gründe haben, beispielsweise um eine politische oder völkische Gruppe im eigenen Königreich zufrieden zu stellen oder aber mehrere Parteien bei Hofe zufrieden zu stellen und durch die geschickte Verteilung von Hofämtern, keine zu stark werden zu lassen – beispielsweise empfiehlt es sich hier auch, sich mit den Kindern des Königspaares gut zu stellen.
Die dritte Möglichkeit hängt mit der Person des Königs zusammen, der – sollte er Umgangsschwierigkeiten mit Menschen haben – seine Mätresse als Privatsekräterin engagieren kann, damit diese den Strom an Menschen, die zu seiner Majestät zu kommen wünschen, ausdünnt.
Diese Formen verlangen natürlich höchstes politisches Geschick von der Mätresse und salopp gesagt sind die meisten politischen Zusammenarbeiten zwischen König und Mätresse, die über den Hof hinaus reichen, nicht von Erfolg gekrönt.

Danke an Tony (Marcus Bathóry)
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